FDM in Graz – Faszien­distorsions­modell nach Typaldos

Eine manuelle Methode, die Ihre Körpersprache in den Befund einbezieht – ergänzend zur aktiven Physiotherapie bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Mit Verordnung auf Kassa.

Illustrative Detailaufnahme: Hände bei einer physiotherapeutischen Begleitung

Was ist das Faszien­distorsions­modell?

Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) ist eine manuelle Behandlungsmethode, die der US-amerikanische Arzt Stephen Typaldos Anfang der 1990er-Jahre entwickelt hat. Das Modell geht davon aus, dass viele Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auf Verformungen (Distorsionen) des Bindegewebes – der Faszien – zurückgehen. Es unterscheidet sechs Formen, zum Beispiel das Triggerband oder die Faltdistorsion. Behandelt wird mit gezieltem, kräftigem Druck der Hände.

Ihre Körpersprache gibt die Richtung vor

Eine Besonderheit von FDM: Die Gesten, mit denen Sie Ihre Schmerzen beschreiben, sind Teil des Befunds. Fährt Ihre Hand eine Linie entlang oder zeigen Sie mit einem Finger auf einen Punkt, deutet das im Modell auf unterschiedliche Distorsionen hin. Danach richtet sich die Technik.

Wofür FDM eingesetzt wird

FDM wird vor allem bei Beschwerden des Bewegungsapparats eingesetzt, zum Beispiel:

  • nach Verstauchungen und Zerrungen, etwa am Sprunggelenk
  • bei Schulterschmerzen und eingeschränkter Armbeweglichkeit
  • bei Nacken- und Rückenschmerzen
  • bei Knie- und Hüftbeschwerden sowie Überlastungsbeschwerden im Sport

Was die Studienlage sagt

Eine Übersichtsarbeit aus 2026 mit 14 Studien zeigt, dass FDM-Behandlungen mit einer Schmerzlinderung verbunden sind – einen klaren Vorteil gegenüber anderen konservativen Behandlungen konnte sie aber nicht nachweisen. Die Annahmen des Modells selbst sind wissenschaftlich noch nicht belegt. Wir setzen FDM deshalb als ergänzende Technik ein und kombinieren sie mit aktiven Übungen, damit Sie im Alltag belastbarer werden.

Wie fühlt sich die Behandlung an?

Weil mit kräftigem Druck gearbeitet wird, ist FDM meist unangenehm und oft auch schmerzhaft. Wir erklären jeden Schritt, stimmen die Intensität mit Ihnen ab und hören auf, wenn Sie es möchten. Ob sich Beweglichkeit und Schmerz verändern, prüfen wir gemeinsam direkt während der Behandlung.

FDM auf Kassa

FDM ist eine Technik innerhalb der Physiotherapie. Eine eigene Verordnung brauchen Sie dafür nicht: Mit einer ärztlichen Verordnung für Physiotherapie rechnen wir mit der ÖGK und der BVAEB direkt ab. SVS- und KFA-Versicherte erhalten eine Honorarnote zur Rückerstattung.

Quellen

Häufige Fragen

Ist FDM schmerzhaft?

Meist ja – die Behandlung arbeitet mit kräftigem Druck und kann unangenehm bis schmerzhaft sein. Sie bestimmen mit, wie intensiv behandelt wird, und können jederzeit unterbrechen.

Wirkt FDM besser als andere Physiotherapie?

Das ist bisher nicht belegt. Studien zeigen eine Schmerzlinderung, aber keinen klaren Vorteil gegenüber anderen konservativen Behandlungen. Wir setzen FDM deshalb ergänzend zu aktiven Übungen ein.

Wie viele FDM-Behandlungen sind nötig?

Das ist individuell verschieden. Wie viele Einheiten Sie insgesamt erhalten, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt auf der Verordnung fest; ob und wie oft wir FDM dabei einsetzen, besprechen wir nach dem Befund mit Ihnen.

Brauche ich für FDM eine eigene Verordnung?

Nein. Eine ärztliche Verordnung für Physiotherapie genügt – FDM ist eine Technik innerhalb der Physiotherapie.

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